Am Tisch sitzen Ellen, Thomas und Sarah. Mutter/Ehefrau, Sohn und Tochter hinter Jan de Kraker. Thomas und Sarah erzählen von ihrer zukünftigen Rolle und Ellen berichtet von den Aufgaben, die sie bis vor Kurzem im Unternehmen erfüllte. Thomas (27) ist seit 2024 Sales Manager bei Smart Trailer Solutions in Benelux und für Verleih und Leasing auf diesem Gebiet verantwortlich. Er arbeitet dabei mit seinem Vater zusammen.
Die Anfänge von Thomas bei Kraker Trailers
Die Beziehung zwischen Thomas und Kraker Trailers besteht bereits seit längerer Zeit. „Ich war 16 und wollte etwas Geld verdienen, deshalb fragte ich meinen Vater, ob ich hier arbeiten könnte. Im Laufe der Zeit interessierte ich mich immer stärker für Auflieger und den Betrieb, und ich fing an, mir allmählich Gedanken über meine Zukunft zu machen. Mittlerweile arbeite ich in Vollzeit: Verkauf, Verleih und Leasing unserer K-Force-Modelle in Benelux, Probleme lösen und gemeinsam mit den Kunden überlegen. Kurzum, ich habe hier meine Berufung gefunden. Bei ei Smart Trailer Solutions, einem noch recht jungen Betrieb, arbeite ich mit meinem Vater zusammen. Smart Trailer Solutions hat sämtliche Aufgaben des Verkaufs und Verleihs von Kraker Trailers übernommen.“
Sarah fördert die Kompetenzen der Mitarbeiter
Sarah befindet sich derzeit im dritten Studienjahr für angewandte Psychologie, mit dem Schwerpunkt „Performance Coach“. Kurz zusammengefasst ist angewandte Psychologie die Anwendung von psychologischen Methoden und Techniken, um Menschen bei ihrer Karriere zu begleiten und sie bei Konflikten, Problemen oder anderen Situationen, zu unterstützen. Sarah bietet Menschen psychologische Unterstützung. Eigentlich alles, was nötig ist, um Leistung und Wohlbefinden der Menschenwährend ihrer Laufbahn zu optimieren.
„Am liebsten würde ich mir selbst erst einmal als Performance Coach etwas Eigenes aufbauen und vielleicht später zu Kraker Trailers wechseln“, erklärt Sarah.
Sarah hatte im vergangenen Jahr in verschiedenen Abteilungen von Kraker Trailers wie Finanzen, HR und Marketing die Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln. So lernte sie den Betrieb besser kennen. Thomas hat ja, wie bereits erwähnt, eine längere Verbindung mit Kraker, Sarah steht noch am Anfang.
Während Thomas dafür sorgt, dass STS eine führende Rolle in Benelux erreicht, und Sarah wahrscheinlich in der Zukunft auch im Betrieb tätig wird, nahm Ellen gerade Abschied.
Eine einzigartige Situation, denn während beim Verkauf von Familienunternehmen oftmals die Grundwerte verloren gehen, entschied die Familie Kraker einstimmig, dass das Unternehmen in der Familie bleiben soll. Natürlich werden sich manche Dinge ändern, doch Kraker wird im Herzen ein Familienunternehmen im Sinne der vergangenen Jahrzehnte bleiben.
Nach über 20 Jahren gibt Ellen ihre Tätigkeiten bei Kraker Trailers auf
Ellen besitzt zahlreiche Fähigkeiten, die sich für das Unternehmen als sehr nützlich erwiesen. „Eine schöne Anekdote“, erzählt Ellen lachend, „ist, dass eine von Jans Bedingungen war, dass keine Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte im Betrieb arbeiten sollten. Daran hat er sich auch ein gutes halbes Jahr lang gehalten. Ihm wurde schnell klar, dass ich eine wichtige Rolle spielen könnte. Ich habe unter anderem eine Ausbildung als Dolmetscher/Übersetzer für skandinavische Sprachen, Englisch und Französisch und das war für die internationalen Kontakte nützlich. Im Verlauf der über 20 Jahre, die ich hier tätig war, hat sich mein Aufgabenbereich nach und nach erweitert, denn ich bin ein wahrer „Problemlöser“. Es ist fast nicht zu glauben, aber die Aufgaben, die ich allein ausgeführt habe, werden nun von einem fünfköpfigen Team erfüllt. Das ist nun wirklich kein fairer Vergleich, da das Unternehmen in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Und dann ist es einfach nicht mehr möglich, alle Aufgaben allein zu erledigen.“
Kraker Trailers ist das einigende Band im Leben von Jan, Ellen, Thomas und Sarah. Das ist auch logisch: Ohne eine solide Basis ist die Führung eines solchen Unternehmens nicht möglich.
Zukünftige Rolle von Sarah und Thomas
Thomas beginnt, vom Unternehmen zu erzählen, das sein Vater gründete und das seine Schwester und er später übernehmen sollen. „Als ich 16 war, wollte ich, wie gesagt, etwas dazuverdienen. Und so begann ich, bei Kraker zu arbeiten. Damals hatte ich überhaupt noch nicht die Absicht, das Unternehmen später einmal zu übernehmen. Ich wusste damals ehrlich gesagt noch nicht, was ich wollte. Das kam eigentlich erst nach Corona. Ich hörte meinen Vater über die Zukunft des Unternehmens sprechen. Damals dachte ich: „Das können Sarah und ich auch“. Ich rief Sarah an, um mit ihr darüber zu reden und die Möglichkeiten zu besprechen.“
Sarah hakt ein: „Er rief mich regelmäßig an, um zu fragen, ob ich ebenfalls Interesse hätte, das Unternehmen zu übernehmen."
„Ich hatte meine Entscheidung bereits getroffen, hatte aber im Hinterkopf, dass Sarah auch dabei sein sollte“, ergänzt Thomas.
Sarah: „Zunächst sah ich für mich persönlich keine Perspektive, ich dachte, dass ein technisches Unternehmen nichts für mich sei. Ich sah meine Zukunft in der Psychologie und insbesondere in der Begleitung von Sportlern. Doch dann habe ich erkannt, wie vielseitig meine Ausbildung ist und was ich damit machen kann. Ein Unternehmen wie Kraker Trailers benötigt auch eine gute Unterstützung der Mitarbeiter. Ich höre häufig von Anderen, dass Kraker ein großartiges Unternehmen ist, und nach Gesprächen mit Sportpsychologen und Thomas kam ich zu der Überzeugung, dass sich hier eine einzigartige Chance bietet.“
„Erst störte es mich nicht, dass das Unternehmen verkauft werden sollte, aber dann wird man älter und erkennt, dass es ein völlig anderes Unternehmen sein wird, wenn es jemand anderes übernimmt. Meine Eltern haben gemeinsam ein wundervolles Unternehmen aufgebaut und es wäre doch ein Jammer, wenn sich der Charakter komplett ändern sollte, wenn die Kernwerte, die Kraker zu Kraker machen, verschwinden würden“, meint Sarah.
Ellen ergänzt: „Jan und ich selbst mussten uns erst daran gewöhnen, hatten wir uns doch bereits damit abgefunden, dass wir das Unternehmen verkaufen würden. Aber als die Kinder uns mitteilten: „Wir sehen die Möglichkeiten und möchten euer Lebenswerk weiterführen, dann änderte das die ganze Situation.“
Thomas erzählt weiter: „Die Entscheidung zur Übernahme des Unternehmens wurde für Sarah und mich noch einfacher, als Alain Hiel und Stephan Willemstein im vergangenen Jahr Co-CEOs wurden. Sarah und ich erkannten, dass wir nicht mehr alles im Unternehmen wissen mussten. Es gibt nämlich genügend Mitarbeiter, die entsprechende Kenntnisse besitzen. Alain und Stephan legen den Fokus auf Production Excellence. So können Sarah und ich uns auf Sales Excellence konzentrieren.
„Wir führen das Geschäft im Stil unseres Vaters weiter“
Thomas findet es wichtig, dass das Unternehmen im Stil und Sinn seines Vaters weitergeführt wird. „Ich sehe es häufig in meinem Umfeld. Beispielsweise bei Bosman.
Ich bin überzeugt, dass mein Vater in der nächsten Zeit, in der heutigen Situation, in Benelux noch viel verkaufen wird. Aber es ist bereits eine Veränderung zu bemerken, die Kunden rufen nun mich für Beratung, Verkauf und Verleih an. Ich erwarte für die nächste Zeit stetiges Wachstum. Logisch, denn immer mehr Menschen lernen mich kennen“, so Thomas.
Kraker Trailers hat noch große Pläne
Jetzt, wo K-Force gut etabliert ist, ist die Zeit reif für den nächsten Schritt. Thomas betrachtet das ganz nüchtern: „Ich sehe es so, wie den Beginn der Konstruktion von K-Force. Da gingen die Meinungen anfangs auch stark auseinander. Und heute? Wir bauen und verkaufen jedes Jahr eine stattliche Anzahl. Verkaufen hat zwei Seiten: Der Verkauf an den Kunden und der Verkauf der eigenen Ideen im Betrieb.“
Sarah ergänzt: „Jede Veränderung ist zunächst mühsam, doch wenn man die ersten Schwierigkeiten überwunden hat, wird man mit großartigen Ergebnissen belohnt.“
„Ja“, stimmt Ellen zu. „Wenn wir an all die Krisen denken, die wir bereits überstanden haben: Wirtschaftskrise, den andauernden Krieg in der Ukraine, Corona – und dennoch Kraker Trailers besteht nach wie vor voller Stolz.“
Diese Chance ist ein Privileg
Thomas und Sarah sind der Ansicht, dass diese Chance ein wahres Privileg darstellt. „Aber“, fügt Thomas zu, „es ist uns nicht in den Schoß gefallen.“ Und das kennzeichnet die Erziehung dieser beiden jungen, hart arbeitenden Menschen.
Ellen fügt noch hinzu: „Sie wissen, dass sie arbeiten müssen, um etwas zu erreichen. Sie sehen das bei ihrem Vater, und hoffentlich auch bei mir, dass harte Arbeit sich wirklich lohnt. Sie sind sich bewusst, dass sie nicht den einfachsten Weg gewählt haben, dass auch am Wochenende keine Pause ist, dass die Arbeit mit sozialen Verpflichtungen verbunden ist. Aber das ist es, was sie wollen, was sie selbst gewählt haben. Und ehrlich gesagt – sie könnten Jan nicht glücklicher machen. Er fand es sehr schwierig, alles, was er aufgebaut hat, an jemand zu übertragen, der keine emotionale Bindung dazu hat.“
Klare Zukunftsvision
„Wir sind von genügend Ländern umgeben, die einen Markt bieten. Wie schön wäre es, wenn wir Marktleiter in Europa und vielleicht sogar weltweit würden?“, sagt Thomas.
Eins ist wohl klar: Thomas und Sarah sind entschlossen, dort weiterzumachen, wo ihre Eltern aufgehört haben. Und das ist eine gewaltige Herausforderung.