Den ersten selbsttragende Schubbodenauflieger baute Kraker Trailers für Minnaard.

Den ersten selbsttragende Schubbodenauflieger baute Kraker Trailers für Minnaard.

In Zeeland gibt es eine Gruppe von Transportbetrieben mit einer wichtigen Gemeinsamkeit: Kraker Trailers. Zu diesen Betrieben gehörte Minnaard Transport. Der allererste selbsttragenden Schubbodenauflieger, den Kraker jemals baute, wurde für diesen Spediteur aus Zeeland konstruiert. Eine Geschichte über Vertrauen, Loyalität und Aufrichtigkeit

Die Geschichte beginnt mit Kippern. „Die fuhren wir damals bei Minnaard“, erklärt Wim Minnaard. „Kipper aus Axel. Und es lief echt gut. Aber wir sahen immer häufiger Schubbodenauflieger. Wir transportierten viele Paletten, viel lose Ware und stellten fest, dass um uns herum eine Umstellung erfolgte. Als uns mal wieder ein Schubbodenauflieger begegnete, nahm ich schnell einige Fotos von den Details auf. Mein Interesse war geweckt, mir war schnell klar, dass hier die Zukunft liegt. Mein früherer Arbeitgeber Minus Goud (damals war ich noch nicht in der Geschäftsleitung des Betriebs) und ich haben Jan de Kraker gebeten, so einen Auflieger für Minnaard zu konstruieren.“ Daraufhin machte sich Jan mithilfe eines Stapels Fotos an die Arbeit und so wurde in Zusammenarbeit von Kraker und Minnaard der allererste Kraker-Schubbodenauflieger für Minnaard entwickelt.

Abholung des ersten Schubbodenaufliegers

„Mein Vater war Fahrer bei Minnaard und holte den ersten Schubbodenauflieger in Axel ab. Nun, ich kann Ihnen verraten, dass wir alle schweißgebadet auf dem Hof am Vaartwijk standen. Denn mein Vater hatte gehört, dass solche Auflieger nicht mit Ladung abgekoppelt werden können. Dann bestünde angeblich die Gefahr, dass er durchbricht. Und diese Sorge teilten wir auch Jan mit. Seine Reaktion? „Koppel mal einfach ab. Wenn er bricht, dann lieber hier als unterwegs!“

Der Auflieger machte keinen Mucks, aber dieser Augenblick ist uns allen in deutlicher Erinnerung geblieben. Wir waren sehr erleichtert“, erinnert sich Wim.

„Im Nachhinein war es eigentlich nicht nötig, sich Sorgen zu machen, als der erste Schubbodenauflieger geliefert wurde. Denn über jede Schraube und jede Mutter wurde im Vorfeld gründlich nachgedacht. Nichts wurde dem Zufall überlassen, an alles war gedacht worden. Ja, es war ein schönes Stück Handwerkskunst“, sagt Wim.

Schweißen galt doch immer als die solidere Lösung?

Wir machen eine Zeitreise in die Zukunft, zu K-Force. „Als Jan mir von seinen Plänen mit K-Force erzählte, war ich zunächst schockiert. Ich wusste nicht so recht, was ich erwarten sollte. Nennen Sie mich ruhig altmodisch, aber ich war überzeugt, dass Schweißen immer solider sei als eine Schraubverbindung. Jan war jedoch anderer Meinung, er glaubte wirklich daran. Jan ist Jan, er posaunt seine Meinung nicht direkt heraus, sondern denkt erst eine Weile darüber nach, um dann eine fundierte Entscheidung mitzuteilen. „Seine Stärke besteht darin, das Gehörte abzuwägen.“, beharrt Wim.

„Er gab das Konzept eines geschraubten Aufliegers nicht auf. Er ließ alles berechnen und ausarbeiten. Und er hatte zugegebenermaßen Recht. Eine geschraubte Konstruktion steht einer geschweißten Ausführung in nichts nach. Das modulare Prinzip macht sie noch stabiler und anwendungsfreundlicher. Aber diese Entwicklung hatte echt meine Vorstellungskraft überstiegen. Das war wirklich Jans Projekt. Minnaard war einer der Betriebe, die K-Force-Prototypen fuhren. Als wir K-Force vorstellten und Testfahrten durchführten, haben wir ein echtes Ereignis daraus gemacht. Mit schönem und auffallendem Schriftzug, viel Aufmerksamkeit. Das haben wir als Überraschung für Jan geplant.“



„Bei der ersten K-Force-Serie lag der Schwerpunkt zu sehr auf dem Gewicht. Denn wie alle Seeländer sind auch wir von Natur aus stur und laden oft ein bisschen zu viel auf. Das führte zu Problemen, besonders beim Abschnitt der Achsschenkelbolzen. Nachdem diese Anlaufschwierigkeiten von K-Force beseitigt waren, ist es ein solider, zuverlässiger Auflieger geworden. Ich kann auch für die Kollegen aus Zeeland sprechen, wenn ich sage, dass wir alle stets hinter Jan standen.“

Minnaard, De Groen Transport und Bosman

Wim Minnaard fühlte sich bei Minnaard Transport sehr wohl. Ein toller Betrieb, nicht zu groß, zahlreiche persönliche Kontakte mit Kunden und Mitarbeitern. Minnaard fuhr auch viel für De Groen Transport und auch mit diesem Betrieb waren die Kontakte außerordentlich gut. „Und dann unterhält man sich auch über andere Themen als nur Transport. So kamen wir auf die Betriebsübernahme zu sprechen. Bei De Groen Transport machte man sich Sorgen, dass keine neue Generation bereit stand, um das Geschäft zu übernehmen. Das bereitete den Eigentümern ziemliche Bauchschmerzen. Ich sagte schon damals: „Wenn es so weit ist, übernimmt Minnaard De Groen. 2014 war es dann soweit. Damals hatten wir zwei Betriebe: Minnaard und De Groen. Beide waren sehr erfolgreich, aber wir standen weiterhin vor demselben Problem, dass es keine Familienmitglieder gab, die den Betrieb weiterführen wollten. 2017 standen wir vor einem Dilemma. Am damaligen Standort gab es keine weitere Expansionsmöglichkeit und das bedeutete, dass wir in einem Industriegebiet neu bauen mussten. Aber meine Kollegen und ich wollten das nicht, wir strebten nicht danach, ein großer Betrieb zu werden. Und so befanden wir uns in einer Situation, für die ich eigentlich keine Lösung sah“, erinnert sich Wim.

„Ich diskutierte die Lage mit Giljo (Bosman) und erzählte ihm, dass Minnaard irgendwann aufgegeben werden würde. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch einige Jahre vor uns, um wie gehabt weiterzumachen, alles lief gut. Aber das Ende war in Sicht. Giljo sagte damals: „Wenn Minnaard aufhören will, ruf mich an“. Das behielt ich im Hinterkopf und zu gegebener Zeit rief ich Giljo an. Genau zu diesem Zeitpunkt veräußerte einer der anderen Transportbetriebe aus Zeeland, Van de Swaluw, einen Teil seines Unternehmens an die AB Texel Group. Die Hälfte ging an Bosman, die andere Hälfte an AB Texel. Aber so entstand damals eine Situation, in der wir alle zu ernsthaften Konkurrenten wurden. Das war nicht im Sinn der Sache.

Als wir AB baten, sich beim Suchen einer Lösung zu beteiligen, waren sie dafür offen. Im Gegenzug wollten sie dann auch Anteile an allen Betrieben. Und Giljo wollte mein Wort, dass ich weiterhin bei Minnaard tätig blieb, das bei Bosman integriert wurde. Und so bin ich meist morgens bei Bosman, um gemeinsam mit Wiebe den Tagesablauf durchzugehen. Wiebe ist zwar der Direktor, aber er findet es gut, dass er nun noch jemand mit Erfahrung dabei hat, mit dem er sich beraten kann. Giljo ist viel in der Werkstatt (KTTC) anzutreffen, und ich bin im Büro von Bosman. Wir alle finden diese Situation angenehm und praktikabel. Manchmal schießt mir der Gedanke durch den Kopf: „Ist es nicht Zeit aufzuhören?”, aber dafür macht es mir noch viel zu viel Spaß. Die alleinige Verantwortung über ein so großes Unternehmen wie Bosman zu haben, reizt mich nicht. Ich bin sehr gerne bei Bosman beschäftigt, aber ich selbst bin in einem Betrieb mit rund 25 Mitarbeitern, wie bei De Groen, wo jeder jeden kennt, glücklich. Verstehen Sie mich nicht falsch – ich finde es auch toll, auf dieser Seite zu arbeiten. Denn in einem so großen Unternehmen eröffnet sich einem eine ganz andere Welt.“

„Wir kennen uns“

„Durch die Zusammenarbeit mit AB Texel haben sich zwar gewisse Dinge verändert, aber Giljo, Wiebe und ich setzen uns dafür ein, die typische Bosman-Kultur zu bewahren. Das passt zu uns als Personen und zur Region. Wir sind eine Zeeland-Clique, wir kennen uns alle untereinander. Lade uns zu einer Feier ein und wir finden einander. Letztendlich sind wir ja auch Konkurrenten. Aber wir lassen einander Freiraum.“

Wim Minnaard ist vielleicht einer der ältesten Kunden von Kraker Trailers und hat eine besondere Beziehung zu Jan. Eine Beziehung, die, wenn es nach Wim geht, bestehen bleiben wird. Auch dann, wenn er irgendwann nicht mehr in der Branche tätig sein sollte.